#48 Jetzt ist Mama dran!

8 Tipps damit Mama sich mal ein bisschen erholen kann in der Homeschooling- und Betreuungszeit.


Bei meiner Arbeit treffe ich auf viele verschiedene Frauen. Von einigen höre ich „Uns geht’s gut, es hat sich nicht viel verändert.“ Das sind oft die Mütter, die gerade sowieso in Elternzeit sind und noch keine großen Kinder in Kita oder Schule haben. Von anderen höre ich, dass sich ganz viel verändert hat. „Seit Wochen sind wir 24 Std/Tag mit unseren Kindern zusammen, wir sind Kindergartenerzieherinnen, Lehrerin, Köchin, Putzfrau, Caterer, Partnerin, Haushaltshilfe und noch vieles mehr. Ja, das waren wir teilweise auch vor Corona, aber seit Corona haben die meisten kaum oder gar keine Minute mehr für sich, denn die Kinder alleine rausschicken, mit Freuden verabreden etc. geht nicht oder nur eingeschränkt.“

Positiv denken, Druck rausnehmen! Alles schön gesagt in der Theorie und die Praxis sieht wieder ganz anders aus. Entspannungsübungen oder Yoga machen. Das hilft, ist aber mit kleinen Kindern um sich herum schlecht möglich. Zumindest ist das bei uns so, ich habe es wirklich versucht. Daher habe ich mal 8 Tipps rausgesucht, die man mit ein bisschen Glück auch durchführen kann, wenn man Kinder zu Hause hat.


Foto: © pixabay

Tipp 1
Steht vor euren Kindern auf. Das mache ich nämlich gerade. Wir haben gerade 6:30 Uhr meine Kids schlafen noch. Ich habe mich schnell angezogen und mich soweit fertiggemacht, dass ich keinen Herzinfarkt bekomme, wenn es doch an der Tür klingeln sollte. Dann habe ich mir einen schönen großen Kaffee mit gaaaanz viel Milchschaum gemacht. Den trinke ich jetzt ganz allein und in Ruhe und lese dabei irgendeine Zeitung. Okay ich gebe es zu, meistens setzte ich mich aufs Sofa und mache Frühstücksfernsehen an, aber ich schaue wenigsten auch mal Nachrichten.
Aber Vorsicht! Besonders bei kleinen Kindern muss man aufpassen. Ich bin mir sicher die haben irgendeinen Radarrrr und merken jede kleinste Veränderung. Also schön leise sein!!! Einen Hoffnungsschimmer! Es wird besser. Je größer die Kids desto länger schlafen sie. Ich habe mir sagen lassen, in der Pubertät bekommt man sie gar nicht mehr aus dem Bett. Schauen wir mal!!!

Tipp 2
Das habe ich irgendwo gelesen „get dressed“. Bedeutet, auch in Zeiten von Corona sich mal so richtig schön zu machen (besonders an den Tagen, an denen es morgens schon durch das Wetter grau aussieht) und seine schönsten und liebsten Klamotten anziehen. Denn wenn man sich schön findet, strahlt man das auch aus. Das habe ich vor ein paar Tagen meiner Freundin erzählt, die meinte nur: „Für wen soll ich mich denn hübsch machen, es sieht mich außer den Kindern doch eh keiner.“
Was lernen wir daraus? Wir sollen uns für uns hübsch machen, nur für uns und nicht für Andere. Mit hübsch meine ich auch nicht meterdicke Schminke, Rock und High Heels. Sondern unsere Lieblingsklamotten, in denen wir uns besonders wohl fühlen, die uns so richtig gut gefallen. Solltet ihr die momentan nicht haben, vielleicht kann man sich online mal was tolles Neues bestellen. Es muss ja nicht teuer sein. Ich denke verdient haben wir uns das die letzten Wochen auf alle Fälle. Also zurück zu Tipp 1, wenn die Kinder noch nicht wach sind, dann ab ins Netz und schaut mal ob es da was Schönes für Euch gibt!
Und dann ab ins Bad! Vielleicht sollte ich Tipp 3 vor 2 setzen. Ach Quatsch die Reihenfolge könnt ihr ja selber bestimmen.

Tipp 3
Auszeit in der Badewanne/Dusche: Vielleicht könnt ihr ja abends, wenn dann der Partner da ist, einmal in Ruhe ins Bad gehen. Für die Alleinerziehenden wie mich, leiht euch ein schönes Video für die Kinder aus und lasst sie dieses schauen (so ist das schlechte Gewissen ein bisschen beruhigt, denn ihr wisst was sie schauen. Selbstverständlich altersgerecht!) Wichtig ist auch, dass die Kinder das Video noch nicht kennen, damit es spannend genug ist, dass ihr nicht bzw. nicht so oft gestört werdet.
Kauft euch ein tolles Schaumbad, oder macht es selber (es gibt Millionen Rezepte mit Hausmitteln), rührt euch eine schöne Hautmaske an, eine Kur für die neuen grauen Haare, die aus dem Nichts erschienen sind, zündet eine Kerze an, gerne mit Duft und stellt euch leise eure Lieblingsmusik an und dann ab in die Wanne und mal das alles machen, was man früher so gemacht hat, bevor man am Wochenende auf die Piste gegangen ist. Vom Entspannen, Kuren, Peelen bis hin nachher zum Eincremen und Föhnen. Dann in den Lieblingskuschelschlafanzug und dicke Socken an und dann nach mind. 1 Std. ab zu den Kindern auf die Couch und kuscheln. Wer keine Badewanne hat, das geht auch alles unter der Dusche ;-).

Tipp 4
Lasst Euch bekochen. Seit 7 Wochen sind wir Vollzeitcaterer für unsere Kinder. Gefühlt jede halbe Stunde kommt jemand zu mir und sagt ich habe Hunger. Es gibt so ein schönes Video im Netz, indem die Kühlschranktür aufgeht und da hängt dann ein Plakat auf dem steht „Du hast keinen Hunger, dass ist Langeweile!“ Jawohl so ist es. Dennoch haben wir den Anspruch mindestens 3 gesunde, vollwertige und leckere Essen jeden Tag zu zaubern. Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich habe keine Lust mehr jeden Tag zu kochen und ehrlich gesagt mir fällt so langsam nichts mehr ein. Besonders an den Tagen, an denen ich viel im Homeoffice und Homeschooling zu tun habe, sinkt bei mir die Lust. Daher nehmt euch 2-3 freie Kochtage. Holt Euch an den Tagen was von eurer Lieblingspizzeria, Lieblingstürken …. Und wenn Euch das schlechte Gewissen plagt, dass es sich dabei ja meist um nicht das gesündesten Essen handelt macht euch nicht so viele Gedanken. Ihr gleicht es mit den anderen 4-5 Tagen einfach wieder aus. Außerdem tut ihr dabei was Gutes, denn ihr unterstützt die Gastronomen, die gerade auch ums Überleben kämpfen. Es gibt auch Lieferdienste, die sonst die Kitas beliefert haben, die bieten auch Mittagstisch an und man kann sich mal eine Woche Auszeit gönnen.
Wem das zu teuer ist, dem sei gesagt. Es gibt tiefgefroren von verschiedenen Herstellern Fertiggerichte ohne Zusatzstoffe, aufgepimpt mit ein paar Gewürzen echt lecker und gesund. Macht es Euch an den Tagen, die besonders voll mit Terminen sind einfach einfacher.

Tipp 5
Nehmt euch einen freien Tag. Ich fühle mich seit Corona wie ein Hamster im Rad. Irgendwie ist das freie Wochenende verschwunden, zumindest gefühlt. Für mich fühlt sich jeder Tag irgendwie gleich an. Holt Euch den Sonntag zurück. Macht Homeschooling wirklich nur Mo-Fr. Gönnt den Kinder ein Wochenende und Euch auch. Zwingt euch dazu an dem Tag wirklich nur das Nötigste zu machen, denn besonders jetzt habt ihr euch einen freien Tag verdient. Unternehmt etwas Schönes mit der Familie. Erkundet die Gegend, fahrt Fahrrad, geht in den Tierpark oder holt die alten Brett- und Kartenspiele, wie Monopoly, Mau Mau wieder raus und spielt sie mit euren Kids. Macht einfach mal nur das, worauf ihr Lust habt.

Tipp 6
Macht Euch schaffbare Pläne. Wir neigen dazu endlose To-Do Listen zu erstellen, die ein normaler Mensch gar nicht schaffen kann. Das Frustriert!
Macht Euch Tagespläne, aber nur solche, die man auch schaffen kann. Also realistisch bleiben. Wir haben gelernt, Berichte, Texte etc. neben dem Homeschooling zu schreiben ist nicht möglich, wenn man alle 2 Minuten unterbrochen wird. Daher macht es erst gar nicht. Macht Euch bewusst, auch die Lehrerin in der Schule unterrichtet nicht eure Kinder und schreibt dabei noch ihre Berichte, telefoniert, kocht etc.. Nein sie macht einzig und allein nur den Unterricht. Ich weiß, dann bleibt die andere Arbeit liegen, aber seit gewiss, die bleibt eh liegen.

Tipp 7
Belohnt Euch! Wenn ihr Eure schaffbare To-Do Liste abgehackt habt, dann belohnt Euch dafür mit etwas Schönem. In der Kur habe ich gelernt mir eine Schatzkiste anzulegen. Dort sind viele Kleinigkeiten zum Belohnen drin. Ein schöner Nagellack, eine CD mit einem schönen Lied, ein tolles Buch, ein Schaumbad, meine Lieblingsschnucke, oder einfach mal ein paar schöne Sprüche...
Positive Verstärkung/Loben/Belohnen ist nicht nur in der Kindererziehung ein gutes Mittel. Auch wir freuen uns, wenn wir gesagt bekommen „Boah, das machst du richtig toll“. Da fühlt man sich gleich viel besser und man bekommt ein Lächeln auf das Gesicht gezaubert. Wo wir bei Tipp 8 wären.

Tipp 8
Lächeln: Eine Zeitlang habe ich Yoga gemacht. Zu bestimmten Zeiten hat mein Yoga Lehrer Lachyoga angeboten. Mir war das immer zu Suspekt auf Kommando zu lachen, aber ich habe mich mal damit beschäftigt wie das Prinzip funktioniert.
Beim Lachen werden 300 Muskeln angespannt, allein 17 im Gesicht. Richtiges Lachen stellt ähnliche Anforderungen wie Leistungssport. Man atmet schneller. Dadurch wird der Gasaustausch dreimal so hoch wie sonst. Die Lunge nimmt viel Luft auf und dadurch gelangt mehr Sauerstoff in die roten Blutkörperchen.
Das Herz schlägt schneller und pumpt das sauerstoffreiche Blut durch den Köper, wodurch der Organismus aktiver wird. Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt. Nach der „Aufregung“ entspannt sich der Körper wieder. Arterien weiten sich, der Blutdruck sinkt und es folgt ein Entspannungszustand.
Während des Lachens werden Glückshormone (Endorphine) produziert, die in die Blutbahn gelangen und die Stimmung steigt. Während die Endorphine freigesetzt werden, wird die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin unterdrückt. Sogar das Immunsystem wird durch das Lachen angeregt. Antikörper, die der Köper zum Schutz vor Bakterien und Viren braucht, werden neu gebildet. Da hat Corona es dann schwer!
Also lacht mal wieder. Leiht euch einen lustigen, leichten Film aus, bei dem man nicht viel nachdenken aber ganz viel lachen muss.
Die letzten Filme bei denen ich Bauchweh vom Lachen hatte waren, Bad Moms, das Pubertier und das perfekte Geheimnis. Und welches sind eure Lieblingsfilme? Also macht es Euch nach dem Baden und kuscheln, wenn die Kinder endlich im Bett sind, auf dem Sofa gemütlich und lacht eine Runde. Durchkitzeln hilft auch :-)

 


Eine Idee von Nicole Löchel-Tschirner, Sozialpädagogin im Familienzentrum, Kursleiterin und Leitung offener Angebote in Fritzlar, Gudensberg und Homberg

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